Nachtrag aus der Selva Baja und Puerto Bermudez (feiert übrigens bald seinen 50. Gründungstag..): Wenn es an "modernen" Kommunikationsmitteln fehlt erweist sich der Mensch als erfinderisch: Die Natel-Netzabdeckung ist erst in den letzten Tagen nach Puerto Bermudez gelangt, was aber noch lange nicht die vielen flussauf - und abwärts liegenden Communidades Nativas und Kolonen einschliesst welche Stunden bis Tagesreisen von Puerto Bermudez entfernt sind. Hier in der Selva Baja ist das Radio deshalb DAS Kommunikationsmittel (da überall empfangbar..). In Puerto Pascuala kam ich das erste mal mit dieser Form von Kommuikation in Kontakt. Ich höre das lokale Radio, welches in der ganzen Cuenca (Flusseinzugsgebiet) ausgestrahlt wird, (meist Cumbia, Cumbia und nochmals Cumbia ;-) ) als plötzlich die Musik unterbrochen wird und über einem "Trance-Soundteppich" eine Frauenstimme persönliche Mitteilungen zu übertrage beginnt. z.B: "Jesus von Santa Isidora lässt Jersey ausrichten, dass er morgen Freitag um 08.00 Uhr früh am Hafen Pto. Bermudez sein wird um die Ware abzuholen. Er soll sich doch bitte dann am Hafen einfinden" oder "Der lokale Rektor lässt allen Lehrern aussrichten, dass die heutige Lehrersitzung auf morgen verschoben wird, da er wegen einer Verspätung immer noch in Villa Rica weilt."
In Puerto Bermudez selber sind auf dem, mit seinen 3 Stöcken höchsten Gebäude zwei grosse Lautsprecher montiert welche über das ganze Dorf/Städchen hallen, wenn persönliche Nachrichten vermittelt werden oder eine Person gesucht wird. Zum Beispiel wenn ein Anruf von Lima für eine bestimmte Person eingeht... (denn private Telefonanschlüsse gibts hier noch nicht) Bin ja mal gespannt wie sich die Sache mit der Nateltechnologie verändern wird....
Eine weitere witzige Entdeckung: in den Internetcafes sind aufgrund der instabilen Stromversorgung (bis anhin manchmal wochenlange Stromausfälle) immer zwei Stundentarife angegeben: 2 Soles bei Netzbetrieb und 3 Soles bei Betrieb mit Generator...
Alles Umstände die von der Abgeschiedenheit und schwierigen Erreichbarkeit herrühren - aber auch in Oxa findet man noch solche Formen. z.B. Wenn die monatliche Begleichungsfrist der Stromrechung abläuft. Da fährt der der lokale Stromlieferant mit seinem Lautsprecherwagen gerne mal 2h in ganz Oxapampa herum um die Leute zu darüber zu informieren dass es Zeit ist einzuzahlen und zeitgleich noch ein bisschen Werbung für sich zu machen " Electrocentro sorgt für das Wohl Oxapampas - wir bauen zurzeit gerade ... und ... (bla bla und noch ein bisschen Cumbia... ;-)
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